Out of Camera vs entwickelt vs Photoshop

Einschätzung

Kürzlich hat Neunzeh72 – Das Märchen vom out of camera Bild veröffentlicht, in dem es um den “out of cam” Hype geht. Er erläutert in dem Artikel, warum es kein reines OOC geben kann. Seinen Ausführungen folge ich größtenteils. Daten die vom Kamerachip kommen, müssen auf eine Weise interpretiert werden. Und hier spielt der Kamerahersteller eine nicht unwesentliche Rolle. Wenn man es auf die Spitze treiben will, die Informationen der Sehzellen in unseren Augen werden ebenfalls von unserem Gehirn interpretiert. Hier spielt die persönliche Erfahrung eine wichtige Rolle. Das kann man sehr gut bei optischen Täuschungen beobachten.

Dilemma

Allerdings fände ich eine Art Kategorisierung, auf die man sich einigt schon interessant. Zumindest als Einsteiger ist es unglaublich schwierig, Fotos richtig einzuschätzen um sich selbst realistische Ziele setzen zu können. Man steht vor dem Dilemma, zu sehen was man auch erreichen möchte, aber nicht genau zu wissen, wie das Zielfoto erzeugt wurde. Nur mit Lightroom werde ich nie den Eindruck erzielen können, den ich mit einem komplexen Photoshop-Composing erreichen kann. Glaube ich, der Fotograf hätte ein Foto ohne Photoshop erstellt und setze mir so etwas als Ziel, kann ich das vielleicht gar nicht erreichen und frustriere mich selbst.

Kategorien

Mir selbst schweben dabei immer wieder mal folgende Kategorien vor. Diese bauen zwar aufeinander auf, sind aber nicht wertend oder als Stufen gemeint, sondern sollen nur einen entsprechenden Rahmen abstecken.

Kategorie 1: Out of Camera

Out of Cam meint in diesem Falle tatsächlich die einfachste Variante aus der jeweiligen Kamera. In dem je Kamera einfachsten Modus, z. B. Neutral. Bilder aus Kameramodellen wären dabei einigermaßen vergleichbar. Z. B. um Blitzen zu lernen, könnte man einem Vorbild so lange nacheifern bis man ähnliche Ergebnisse erzielt. Dies wäre etwas für Puristen und engagierte Kurse oder Mentorings.

Kategorie 2: Entwickelt – In Camera

Hierbei wählt man ein gefallendes Profil oder die Kamera lässt nur Automatik zu. Einige Kameras bieten auch gezieltere Veränderungen via Kurve. Hier ist die Trennung zur folgendne Kategorie sehr fließend

Kategorie 3: Entwickelt

Der Fotografierende hat ein Postprocessing in einem Tool wie z. B. Lightroom durchgeführt. Hierbei werden Farben angepasst und vielleicht mal ein Sensorfleck entfernt. Zuschneiden ist für mich Standard.

Kategorie 4: Retouchiert

In dieser Kategorie werden bei Portraits z. B. Hautunreinheiten entfernt. In der Landschaftsfotografie viellicht ein Stock der den Bildlook stört entfernt.

Kategorie 5: Gephotoshoped

Hier werden auch schon Muttermale und ähnliches entfernt. Körperproportionen verändert. In der Landschaftsfotografie Sonnenstrahlen hinzugemalt oder Teile ausgetauscht.

Kategorie 6: Composing

Hier lässt sich der Künstler freien Lauf. Das Bild kann in teilen oder komplett am Computer entstehen.

Zoe – Kategorie 3 Entwickelt

Snobs

Immer wieder stößt man auf Mitmenschen, die sich ganz auf eine Kategorie beschränken und die zum heiligen Gral erheben. Das liegt mir eher fern. Und auch der Umgang mit entsprechenden Personen ist mir unangenehm. Von solcher Religiosität halte ich nicht viel. Wie ein Bild entstanden ist, ist für den Betrachter letztendlich eigentlich egal. Wer unbedingt darauf pochen muss “Künstler” zu sein, den umgehe ich typischerweise. Ist man aber nicht nur reiner Betrachter, sondern möchte auch noch etwas lernen, für den wäre ein kurzer Hinweis auf die Kategorie mit Sicherheit sehr hilfreich. Noch besser wäre es, wenn man z. B. bei Diensten wie 500px (mein Profil) danach filtern könnte. Klar, wer sein eigenes Bild nicht kategorisieren möchte, der braucht das nicht. Es wäre ein Angebot, ein good will.

Anfang?

Die meisten meiner veröffentlichten Bilder enstammen der Kategorie 4 “Retouchiert”. Störende Kleinigkeiten, die für die Bildaussage nicht wichtig sind, entferne ich. Auch schneide ich meine Bilder typischerweise zu. Den perfekten Bildausschnitt erwische ich eher selten sofort.
Wenige sind Kategorie 5 “Gephotoshoped”. Hier und da hatte die Location etwas Unpassendes, was sich aber nicht verstecken ließ. Oder der Bildschnitt wollte nicht passen und der Hintergrund musste entsprechend angepasst werden.
Ich überlege, ob ich meine eigenen Bilder in Zukunft einordne. Dann kann zumindest jemand, der meine Bilder sieht ganz klar wissen, wo ich und wo er selbst stehen. Und nun zu Dir. Würde Dir eine solche Kategorisierung (ausgearbeitet) helfen bei deiner Zielsetzung?

One thought on “Out of Camera vs entwickelt vs Photoshop

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