Lens Flares im Wald und ein Sonnenstern

Lens Flares On Location:

Ich bin, na was wohl, auf Gassirunde im Wald. Die Sonne steht noch nicht all zu hoch am Himmel. Vom letzten Regen ist noch viel Feuchtigkeit vorhanden. An einigen Stellen scheint die Sonne durch das Blätterdach. Von dort durchziehen leuchtende Strahlen die Waldluft. Die winzigen Wassertropfen tanzen im seichten Wind. Diesen Anblick kann man nur genießen. Dann mache ich ein Testfoto mit meinem Smartphone. Das sieht, für ein Testfoto, klasse aus. Jetzt stehe ich mal wieder vor der Frage: “Nach Hause, Kamera schnappen und zurückkommen?” Ob ich es schaffe, die Stimmung hinreichend einzufangen? Und Ich hätte gerne die Sonne im Bild. Bekomme ich das auch hin? Sonnenstern, Lens Flares und Dynamic Range sind Buzzwords die mir durch den Kopf gehen. Ja, die Neugier und das Interesse haben gesiegt. Ich gehe nach Hause, um meine Kamera zu holen. Mit Stativ natürlich. Dann verbringe ich noch einmal knapp 20 Minuten im Wald.
Um der Hochkontrast-Situation gerecht zu werden, mache ich jeweils Belichtungsreihen. +- 2 Stufen. Das sollte hoffentlich reichen. Das Durchschauen der Bilder auf dem kleinen Bildschirm auf dem Waldboden hockend lässt mich hoffen. Die Lens Flares gefallen mir aber so gar nicht. Die Farbe ist nicht schön und weder Form noch Größe wirken ästhetisch. Ich Mache also noch eine Reihe. Und direkt im Anschluss noch eine. Dabei halte ich aber meinen Finger von oben so ins Bild, dass die Sonne verdeckt wird. Die dabei entstehenden Bilder sind deutlich kräftiger und haben eben keinen großen Lens Flare.

Das Foto:

Bild 1: Lightroom ohne Finger (HDR)

Bild 2: Lightroom mit Finger

Bild 3: Das fertige Bild

Entstehung

Nachdem ich aus allen Fotos Favoriten gesucht habe, habe ich aus einer Belichtungsreihe ohne Finger ein Lightroom-HDR erstellt. Allerdings habe ich kein Ergebnis erzielen können, welches mir so richtig gut gefiel. Und die Lens Flares gefallen mir auch am Bildschirm nicht.
Im zweiten Schritt habe ich dann ein Bild mit Finger über der Sonne genommen und bearbeitet. Das gefiel mir deutlich besser. Um den Finger zu entfernen habe ich dann in Photoshop beide Bilder übereinandergelegt. Mit einer Maske auf der Finger-Ebene habe ich das HDR durchscheinen lassen. Der Finger verschwindet. Die Farben musste ich noch angleichen, weil das HDR und das Einzelbild leichte Unterschiede aufwiesen. Nach ein paar Detailanpassungen war das Endergebnis fertig.
Bei dem Foto handelt es sich also genau genommen um ein Composing. Siehe dazu den Artikel von letzter Woche Ich habe das Bild aus mehreren Bilder zusammengesetzt. Das Bild mit Finger hat dabei den größten Anteil. Die Einstellungen waren: 0.5 sec, F8, ISO 100. Fotografiert habe ich in der Zeitautomatik. ISO und Blende fix. Belichtungskorrektur nach Gefühl eingestellt. Die Kamera stand auf einem Stativ. Die Bilder aus dem HDR hatten entsprechend variierte Belichtungszeiten.

Fazit

Bei den ganzen Vorüberlegungen und dem Wunsch die Sonne mit ins Bild zu nehmen, habe ich gar nicht daran gedacht vielleicht auch ein Bild zu machen, in dem die Sonne eben nicht direkt im Bild ist. Das steht also für das nächste Mal an. An einem Tag, der ähnlich feucht ist, wo die Sonne aber vielleicht schon ein wenig höher am Himmel steht. Sonst sieht man die Lichtstrahlen noch weniger, als es hier schon der Fall ist.

Lens Flares werden in Computerspielen und ähnlichen Animationen gerne eingesetzt. Auch in Photoshop lässt sich der Effekt erzeugen. Bei dem Canon EF-S 10-18 weiß ich ja jetzt, dass ich das vermeiden sollte. Und die anderen Objektive gilt es darauf auch mal abzuklopfen.
Ach ja und eine Streulichtblende sollte ich mir vielleicht doch noch zulegen. Bei einem Weitwinkel wie diesem bin ich noch nicht überzeugt, dass die hilft. Hast Du eine Streulichtblende auf deinem Weitwinkel?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *