Lächel doch mal – Businessfoto

Die Motivation:

Wenn man Freunden und Bekannten seine Fotos zeigt, bekommt man zwar nicht immer fachlich korrektes aber doch wichtiges Feedback. Wichtig ist, dass man ehrliches Feedback erfragen kann. Das Feedback ist auf emotionaler Ebene und spricht selten auf die Technik an. Dennoch kann einen das Feedback weiterbringen. Schließlich ist ein Großteil der typischen Zielgruppe ebenfalls kein Fotografierender. Man muss sich das heraussuchen, was man umsetzen kann und sich nicht auf den eigentlichen Stil des Fotos auswirkt.
Ich persönlich mag sehr gerne die dunklen Portraits. Viel Schatten. Neutraler Ausdruck. Dabei höre ich aber dann oft “lächel doch mal” oder “Schau doch nicht immer so grimmig”. Ja… Das ist genau das Ziel des Fotos. Die düstere Atmosphäre, die dunkle “Aura”. Aber es zeigt auch, welche Wirkung das Bild auf das Gegenüber hat. Für ein Businessfoto braucht es Licht und Freundlichkeit. Es kommt also darauf an, zu welchem Zweck man das Bild einsetzen möchte. Auf Facebook, Twitter und ähnlichem setze ich andere Bilder ein als auf Xing, LinkedIn und dienstlich.

On Location:

2,6 m ∗ 3,4 m, das sind die Abmessungen meines Arbeitszimmers. Und der Raum ist ja auch nicht leer. Es passt dennoch. Irgendwie.
Die Standfläche eines Lichtstativs ist nicht groß. Das ändert sich aber ganz schnell, wenn der Raum sehr klein ist. Ich muss also immer wieder mal die Beine des Stativs in Schranknischen schieben. Und den Schreibtischstuhl habe ich natürlich in die falsche Ecke geschoben. Ein Bein des Kamerastativs kommt auf den Schreibtisch. Passt. Der Weg für das Tetheringkabel ist dann aber nicht so lang, denn der Laptop hat ebenfalls noch auf dem Schreibtisch platz. Dann kann ich auch viel besser die Bilder sehen und muss nicht jedes Mal die Position verlassen. Was den Aufbau angeht, so werde ich langsam schneller. Nach weniger als 20 Minuten ist alles aufgebaut und die Grundbelichtung steht auch.
Jemand Anderen zu positionieren ist schon nicht einfach. Aber sich selbst nur mithilfe eines kleinen Kameradisplays in Position zu bringen ist da schon wieder eine ganz andere Hausnummer. Hier ist wiederum der Vorteil des kleinen Zimmers. Wäre die Kamera weiter weg, wäre auch das Bild schlechter zu erkennen. 😀
In Fällen wie diesen liebe ich das Klappdisplay der 70D. Das war schon bei der 600D super, allerdings scheint mir bei der 70D das Gesichtstracking besser zu sein. Einen Fehlfokus hatte ich bei keinem der Bilder. Dadurch, dass die Bilder direkt in Lightroom landen und auch das Preset Anwendung findet lassen sich die Bilder schnell und gut beurteilen.

Das Foto:

Michael schaut freundlich für ein Business Foto

Canon EOS 70D + 24-105 mm | 1/200 Sek F11 | ISO 100

Entstehung:

Bei einem Bild wie diesem möchte ich das gesamte Licht gut kontrollieren können. Daher sorge ich dafür, dass das Umgebungslicht keinerlei Auswirkungen auf mein Foto hat. Wie man das hinbekommt ist kein Geheimnis. Man wählt eine große Blendenzahl, typischerweise etwa 8-16. Die Belichtungszeit wählt man so kurz wie es die Blitze, die man hat erlauben. Ohne HSS (High Speed Sync) von “Spezialausrüstung” ist das in meinem Falle 1/200 Sekunde. Den ISO Wert legt man fix auf 100. Dann macht man ein Testbild. Was kommt raus? Ein schwarzes Bild. Perfekt. Anschließend beginnt man mit dem Lichtaufbau. Dabei fängt man mit dem schwächsten Licht an. Zum Schluss kommt das Hauptlicht. Im Falle dieses Bildes von rechts oben vor dem Modell. Und dann werden die Helligkeiten so lange angepasst und positioniert, bis man sein gewünschtes Ergebnis erzielt hat. Den hellen Hintergrund erziele ich, indem ich ihn mit einem eigenen Blitz anblitze. Dieser steht hinter dem Modell und ist nicht zu sehen.

Fazit:

Auch hier gilt, man rät es schon: üben üben üben. Ich bin beim Ersten und der Weg ist noch lang. Mit jedem Shooting wird man sicherer in dem, was man tut. Die Kamera lernt man dann auch mit der Zeit blind und von der Objektivseite, also spiegelverkehrt, zu bedienen. Sonst muss man die Kamera x Mal drehen und danach ja auch wieder neu positionieren. Aus einer Blitz-Gruppe habe ich auch schon ein paar weitere wertvolle Tipps erhalten, die ich beim nächsten Mal versuchen werde zu berücksichtigen.

3 thoughts on “Lächel doch mal – Businessfoto

  1. Pingback: Dark Portrait ToGo - Pixelwaldt Fotografie

  2. Marcel Melzig

    Nanu. Habe ich in der Location auch schon fotografiert? Das kommt mir so bekannt vor. 🙂 Ich habe mich neulich auch mal an Portraits versucht. Sind auch ganz gut geworden. Deines hier finde ich aber besser. Das es zu Hause entstanden ist sieht man überhaupt nicht. Weil ich in letzter Zeit viel Stephan Wiesner geschaut habe fällt mir spontan auf, dass du alles berücksichtigt hast, was er und andere so raten. 🙂 Von der Positionierung des Lichts bis zur Körperhaltung. Dadurch wirkt das wie vom professionellen Fotografen. Was mir auffällt ist dieser leichte Lichtsaum am Hals. Ist das Licht vom Blitz, der die Wand anstrahlt oder hast du da gerichtetem Licht gearbeitet? Eventuell könntest du beim nächsten Versuch noch mit einem Reflektor die Augen weiter ausleuchten und/oder die Schatten auf der rechten Gesichtshälfte und am Hals aufhellen.

    Was benutzt du als Preset in Lightroom? Chromatische Aberration entfernen nehme ich bei jedem Foto. Und irgendwie komme ich beim Schärfen auch immer auf ähnliche Werte. Betrag 80, Radius 1,0, Details 25, Luminanz 10 – 20. Die Maskierung ändert sich dann allerdings bei jedem Foto.

    1. Michael Post author

      🙂
      Der Lichtsaum dürfte von der weißen Wand stammen. Die Aufhellung der anderen Seite werde ich nächstes Mal tatsächlich mit einem positionierten Reflektor versuchen. Am Freitag habe ich ein Bild mit 2 Blitzen von vorne machen können. Ein dritter für den Hintergrund. Das ist schon eine ganze Menge mehr Licht, die dann von vorne kommen!

      Als Preset habe ich eine Zeitlang das von Stephan Wiesner genommen. Habe dann aber ein eigenes erstellt aufgrund der am häufigsten vorkommenden Werte bei mir. Besser wäre noch ein Preset für verschiedene Bedingungen: Mit Blitz, Outdoor, Landschaft, Feier indoor. usw. Vielleicht ist das mal ein Projekt für einen verregneten Winterabend. 😉

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