Das Mädchen im Garten – Bokeh macht es

On Location:

Wir sitzen gemütlich am Gartentisch und “fachsimpeln” über die beiden auf dem Tisch liegenden 50 mm Objektive. Ein Sigma 50 mm f1.4 und ein Canon EF 50 mm f1.8 STM. Neben der Offenblende ist ein wichtiger Unterschied das Bokeh. Daher probieren wir ein wenig herum. Es entsteht ein schöner Schnappschuss.

Das Foto: Das Mädchen im Garten – Bokeh macht es

Das Mädchen im Garten - Bokeh macht es

Canon EOS 70D + 50 mm | 1/1600 Sek F1,8 | ISO 100

Entstehung:

Die Blende ist so weit geöffnet, wie es das Objektiv zulässt. In diesem Falle 1.8. Dadurch entsteht die geringe Schärfentiefe. Unter Fotografierenden spricht man von Bokeh. Bis auf das Gesicht ist alles im Bild (gewollt) unscharf.
Mehr als ISO 100 braucht es in hellem Licht nicht. Die Belichtungszeit ergibt sich aus den anderen Parametern bei gegebenem Licht und muss nur hinreichend klein sein. Um bei so geringer Schärfentiefe das wichtigste, das Auge, scharf zu bekommen gehe ich wie folgt vor. Ich nutze an meiner 70D einen einzelnen Fokuspunkt. Und zwar den oben Links. Damit ziele ich auf das äußere Auge. Dadurch bekomme ich auf jeden Fall das näher an der Kamera liegende Auge scharf und habe das Motiv gleich aus der Mitte befreit.

Fazit:

Nun ist das obige Foto sicherlich kein Meisterwerk, was nicht am Motiv liegt. Ich finde es aber dennoch interessant und würde es daher als schönen Schnappschuss bezeichnen. Ein Bild mit einem schönen Bokeh erntet eigentlich sehr schnell Kommentare wie: “Wow das sieht ja aus wie vom Fotografen” Wenn man sich dann klar macht, wie es dazu kommt, kann man ein paar Regeln erkennen. Das Bokeh ist dabei nur ein Punkt unter mehreren.

Fotokritik:

Das Motiv liegt nicht in der Mitte des Bildes, sondern leicht versetzt. Ein Motiv in der Mitte macht ein Foto schnell langweilig.
Der Fokus ist stark eingeschränkt. Alles Unwichtige ist unscharf und damit für unser Auge wenig interessant. Es lässt sich wenig ablenken. Selbst die blauen Tonnen im Hintergrund stören nur wenig. Sieht man das schon während der Aufnahme, kann man solche Probleme durch einen Schwenk vermeiden.
Das Model schaut direkt in die Kamera und baut somit eine “Beziehung” zum Betrachter auf. Was genau man darunter verstehen mag, ist jedem selbst überlassen. Es klingt auch schwülstig, aber irgendwas stimmt daran.
Auch Schatten sind nicht zu verachten. Ein voll ausgeleuchtetes Modell wirkt flach und langweilig. Schatten geben einem Motiv Tiefe und Struktur. Hier im Bild sind die Schatten aufgrund des hellen Himmels sehr weich.
Ja, der Kopf ist angeschnitten. Dadurch kommt man dem Motiv noch einmal ein Stück näher. Der Bildeindruck wird intensiver. Ich mag das gerne. Es sollte nur nicht wie ein Versehen aussehen. Ich hätte hier fast noch ein wenig enger beschneiden können.
Das Motiv ist hinreichend beleuchtet. Zwar ist der Himmel noch ein Stück heller, aber das sind wir gewohnt. Wichtig ist, dass es nicht noch andere helle Reflexe oder weiße Flächen im Hintergrund gibt, die ablenken.

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